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Naturheilpraxis Melanie Rathmann

Hypnotherapie/Hypnose

„Und was am schönsten ist an der Hypnose, dass Sie im Trancezustand es wagen können, Dinge anzuschauen, zu überdenken, zu sehen und zu fühlen, was Sie im gewohnten Wachzustand nicht tun würden.“ (Milton H. Erickson)

Als Hypnose (altgriechisch: Schlaf) werden Verfahren zum Erreichen einer hypnotischen Trance, in Form eines tief entspannten Wachzustands, bezeichnet. Die Aufmerksamkeit ist auf wenige Inhalte ausgerichtet. Jeder Mensch kann mehr oder weniger in Trance gehen. Wichtig ist, sich darauf einzulassen. Der Hypnotisand ist voll ansprechbar und kooperationsfähig und kann die Hypnose jederzeit unterbrechen. Der Hypnotiseur leitet sie mittels Induktion ein. Um die Hypnose kennenzulernen, gibt es die Leerhypnose, bei der nach der Einleitung keine Suggestionen vom Hypnotiseur gegeben werden. Es wird lediglich der entspannte Wachzustand genossen. Die moderne Hypnotherapie gilt als ein ressourcenorientiertes psychotherapeutisches Verfahren. Dabei wird versucht, beim Patienten die positiven Erfahrungen, Eigenschaften und Stärken mit hypnotischen Techniken zu aktivieren und zur Bewältigung körperlicher und psychischer Probleme zu nutzen. Dies wird auch als Utilisation (nutzbar machen) von Ressourcen bezeichnet. Sie kann eigenständig oder mit anderen Verfahren, z.B. Gesprächstechniken, kombiniert werden.

Ressourcen finden Einen sicheren Ort gestalten

Die Hypnose findet in der Hypnotherapie Anwendung. Erfolgreich können folgende Beschwerdebilder behandelt werden:

Anwendungsgebiete im Coaching-Bereich:

Die Hypnose-Therapie sollte nicht angewendet werden bei Patienten mit Psychosen.

Die Hypnoanalyse kann im Kontext einer tiefenpsychologischen Arbeit zum Einsatz kommen. So kann in Trance die Aufmerksamkeit stärker auf einen Bereich gelenkt werden, z.B. durch Altersregression oder Arbeit kann den Widerstand gegen die Erkenntnis deutlich reduzieren. Im Rahmen einer Hypnoanalyse können unbewusste emotionale Konflikte aufgedeckt werden. Auch bewusste emotionale Konflikte können in Trance bearbeitet werden, dabei kommt es häufig zu Abreaktionen von aufgestauten negativen Gefühlen, die im Rahmen von früher durchlaufenen Abspaltungsprozessen verdrängt vorliegen und im Wachzustand nicht zugänglich sind.

Zur Beendigung wird die Trance aufgelöst und der Hypnotisand wacht auf. Zur Vertiefung einer Trance kann der Patient aus der Trance geholt und kurz darauf wieder zurück in Trance versetzt werden (Fraktionierung).

Historisch

Der Ursprung geht auf Franz A. Mesmer (1770) zurück. 1885 wurde Siegmund Freud bei Jean-Martin Charcot in Paris auf Mesmers Experimente aufmerksam und versuchte selbst diese Methode. Im amerikanischen Sprachraum wurde die Hypnose wesentlich durch Milton H. Erickson (Psychotherapeut, 1901-1980), Kroger und Dave Elman weiterentwickelt. Erickson war durch seine schwere Krankheit gezwungen, neue Wege der Kommunikation und der Selbstmotivation zu suchen. Mit seinem Ideenreichtum, Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen gab Erickson der therapeutischen Hypnose völlig neue Impulse und trug ab den 50ern deutlich zur Neubelebung und Weiterentwicklung bei - ganz besonders durch die Entwicklung der nicht-direktiven, modernen Hypnosetherapie. Viele andere Therapeuten, Psychiater und Psychologen wurden auf ihn aufmerksam, z.B. Carl Rogers, Virginia Satir, Paul Watzlawick. In Deutschland setzte die Bewegung in den 70ern ein und nach seinen Methoden bilden anerkannte Institute aus. Aus Ericksons modernen, indirekten Technik entwickelte sich das Neurolinguistische Programmieren (NLP von R. Bendler und J. Grinder). Ein großer Teil der NLP-Methodik wie z.B. hypnotische Sprachmuster basiert auf diesen Grundlagen.

Tranceinduktion

Während der Hypnose sitzt oder liegt der Patient ganz entspannt in ruhiger, sicherer und geborgener Atmosphäre. Die Einleitung einer hypnotischen Trance erfolgt mit direkten (Progressive Muskelentspannung, Stufen abwärts zählen), indirekten (Angleichen normalerweise unbewusst ablaufender Prozesse wie Atmung an die Suggestionen) oder Kombination beider Methoden. Direkte Methoden haben einen bestimmend-autoritären Charakter. Bei der Augenfixation ermüden die Augen durch Anstarren eines Objekts, z.B. eine Kerze. Indirekte Methoden sind eher permissiv, gewährend. Ungenaue und vage Sprachmuster können, mittels Pacing (Schritt halten und Vertrauen gewinnen) und Leading (leiten,führen), in Zustände führen, die letztlich das Unbewusste für hypnotherapeutische Wirkungen öffnen. Die Aufmerksamkeit richtet sich immer mehr nach innen. Viele Menschen vergleichen das Erleben in Trance mit dem angenehmen Zustand kurz vor dem Einschlafen, wenn man in Bildern denkt und der Körper zur Ruhe kommt. Gemeinsam ist diesen Techniken, dass sie das Bewusstsein mit wenig aufmerksamkeits-fordernden Tätigkeiten beschäftigen. Auf diese Weise verliert das Bewusstsein seine beherrschende Stellung, die Kritikfähigkeit wird eingeschränkt und das Unterbewusste wird direkt ansprechbar. Welche Suggestionen oder Methoden angewendet werden, ist vom Probanden und von den näheren Umständen abhängig.

Hypnose zur Zeitregression Hypnose zur Zeitprogression

Unterschieden werden drei Stadien der Hypnose: die leichte Hypnose (leichter Entspannungszustand), die mittlere Hypnose (das Bewusstsein ist kaum noch aktiv, das Unterbewusstsein kann angesprochen werden, der Patient kann sich an das Geschehen erinnern) und die Tiefenhypnose (das Wachbewusstsein ist vollkommen ausgeschaltet). Während der Trance ist es dem Patienten möglich, Probleme anzusprechen oder seelische Konflikte aufzudecken, die dem Patienten im wachen Zustand u.U. gar nicht bewusst waren. Auch heilsame Sätze kann der Therapeut in das Unterbewusste des Patienten einbinden und so krankmachende Vorstellungen und Verhaltensweisen durch positive, stärkende ersetzen. Wir Hypnotherapeuten arbeiten mit einer leichten bis mittleren Trance, so dass sich der Patient an alles erinnern kann.

Im Alltag kann eine Trance auch durch Umweltphänomene wie monotone Reize oder Rhythmen unwillkürlich auftreten. Ein schönes Beispiel ist die Fahrt zum Arbeitsplatz. Man fährt los, dabei in Gedanken und plötzlich ist man schon angekommen. Die Fahrt ist nicht wirklich bewusst, so dass bereits eine leichte Trance vorliegt oder die Vertiefung in ein besonders fesselndes Buch. Das Bewusstsein konzentriert sich ausschließlich auf diese eine Wahrnehmung, die Aufmerksamkeit für die Umwelt ist eingeschränkt und das Zeitgefühl ist verändert.

Selbsthypnose

Ein stabiler und tiefer Trancezustand ist oft nur nach einiger Übung zu erreichen. Bekannte Selbsthypnose-Methoden sind Autogene Training und Meditation.

Auflösung einer Trance

Um einen Patienten sanft aus einem Zustand tiefer Entspannung zurückzuholen, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden. Diese wird angepasst an die Induktion und kann z.B. aus Aufwärtszählen bestehen. Sie geht meist schneller vonstatten als die Einleitung und dient der Stabilisierung der Körperfunktionen auf normale Zustandswerte.

Wissenschaftliche Forschungsprojekte

Seit 2006 ist die Hypnotherapie in Deutschland offiziell als eine wissenschaftlich fundierte psychotherapeutische Methode anerkannt und ihre Wirksamkeit ist in vielen Studien belegt. Insbesondere wurden mit der Kernspinresonanztomographie (MRT) und der Elektroenzephalographie (EEG) hirnphysiologische Korrelate von Trance-Zuständen nachgewiesen. Der Hauptunterschied zur Verhaltenstherapie ist die verstärkte Beachtung des Unterbewusstseins in der Lösungsarbeit.

Neurowissenschaftliche Erforschung der Hypnose - Aktueller Stand und Ausblick
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Hypnotherapie: Neurobiologie und Wirksamkeit und klinische Anwendung (Originalarbeit von Herrn Prof. Dirk Revenstorf, Tübingen)
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PsychoNeuroImmunologie und Hypnotherapie
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Raucherentwöhnung
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Gewichtsreduktion unter Hypnose
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Hypnose - Zeitschrift für Hypnose und Hypnotherapie
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